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Warum der GR-221 auf Mallorca? - 2012/2013 

Die Insel, die viele nur als Massentourismusanlaufstelle kennen, hat durchaus wunderschöne, menschenleere, fast wilde Ecken vorzuweisen. Und das war für uns ausschlaggebend hier zu trekken.

Der GR-221 zieht sich entlang der gesamten Westküste der Insel von Port d`Andratx bis Pollenca durch die Sierra Tramuntana. Der offiziell beschriebene Weg startet allerdings erst in der Mitte der Gebirgskette in Valdemossa, denn auf den südlichen Abschnitten gibt es immer wieder Streitereien mit Grundeigentümern, ob sie einen nun über ihr Land laufen lassen oder nicht.

Wir gehen das Risiko ein und wollen ganz im Süden starten. Also von vorn:

Anreise:

Zum Ausgangspunkt in Port d`Andratx kommen wir aus Palma ganz bequem mit dem Bus. Könnte zumindest bequem sein, wenn der Busfahrer nicht so einen heißen Reifen fahren würde…

Von hier geht es für uns, da es schon spät am Abend und dunkel ist, mit Stirnlampen und Karte ausgerüstet aus dem Ort hinaus, den Berg rauf und zu unserem ersten Schlafplatz unter freiem Himmel. Nach etwa einer Stunde Fußmarsch finden wir ein geeignetes Plätzchen nahe des Coll des Vent. Hier breiten wir nur schnell unsere Matten aus und kriechen in die Schlafsäcke.

1. Tagesetappe : Coll des Vent bei Port d`Andratx -  Coll de sa Gramola

Am Morgen werden wir noch im Dunkeln von einem Gewitter geweckt. Da wir uns hier oben doch dem Wetter ausgeliefert fühlen brechen wir zügig auf. Rein in die Klamotten, alles zusammenpacken und los. Nach etwas Regen hat sich das Gewitter dann auch verzogen und als es hell wird nehmen wir bei unserer Frühstückspause (Brot mit Salami und nem Apfel) erstmal richtig wahr wo wir gelandet sind. Schön ist es hier. Ein toller Blick über die Berge und das weit vor uns liegende Meer.

   

Frühstücksblick

  St. Elm

Wir schlängeln uns oberhalb der Küste entlang bis nach St. Elm, das wir nach etwa 3 Stunden erreichen. Hier geht’s das erste Mal ins Wasser, dann in den Ort für uns schon zum Mittagessen, da der Tag so früh angefangen hat. Ein recht verschlafenes, aber nettes Örtchen.

Als wir weiterwollen werden wir von einem heftigen Regenguss überrascht, der uns aber auch nicht daran hindert weiter zu gehen. Hört gleich wieder auf. Hinter St. Elm stellt sich die Orientierung als etwas schwierig heraus. Hier sind so viele Wege verzweigt, dass man einfach nicht weiß, welcher der richtige ist. Folgt man der Beschreibung im Rother kommt man auf direktem Weg nach La Trapa. Möchte man wie wir näher an der Küste entlang ist ist etwas schwieriger und zeitintensiver. So brauchen wir deutlich länger bis La Trapa, einer alten Klosterruine in der ein Refugi entstehen soll. Ist aber noch nicht viel von zu sehen. Danach geht es recht felsig weiter, mal leicht ansteigend, mal wieder abfallend (wir bewegen uns die ganze Zeit zwischen 300 und 400 Höhenmetern über der Küste) mit ständig schönem Blick auf die vorgelagerte Isla sa Dragonera.

Das Wetter weiß nicht recht was es will. Es wird heute noch sehr windig und es könnte auch wieder ein Gewitter aufziehen. Wir sehen zu, dass wir von den Felsen wegkommen und weiter ins Landesinnere. In der Nähe eines Parkplatzes kurz vor der MA-10 am Coll de sa Gramola schlagen wir heut Nacht unser Lager auf. Diesmal richtig. Für diesen Trek haben wir das Poncho Tarp dabei, aus dem wir uns immer wieder anders unser „Zelt“ improvisieren. Ist super. Und so gibt’s eine zweite Nacht mit etwas Regen und sehr erholsamem Schlaf.

2. Tagesetappe: Coll de sa Gramola - Pla de ses Castanyoles (Nahe Planìcia)

Heute starten wir erstmal an der Straße. Nicht so schön, aber morgens ist kaum Verkehr. Auf den knapp 2 km begegnen uns vielleicht drei Autos. Und dann biegen wir wieder in den Wald ab. Durch den Wald geht es recht steil in die Berge. Haben wir auf etwa 340m geschlafen übersteigen wir einige Stunden später den Coll des Qeur als heute höchsten Punkt mit 776m.

Hier gibt es im Weg schon einige kleinere Kraxelstellen. Schwindelfreiheit sollte auf jeden Fall gegeben sein. Das Bergaufgehen und die Sonne machen es heut ziemlich warm. Durch den Wind oben am Berg ist es gut auszuhalten, aber die Kombination von Wind und schwitzen auch nicht ganz ungefährlich.

Danach führt der Weg etwas sanfter wieder hinab, erst felsig, dann im Wald bis nach Estellencs, wo wir am Mittag ankommen. Ein sehr schöner ursprünglicher Ort, mit kleinen Gassen, schönen Gärten und netten Restaurants, wo wir in einem unsere Mittagspause verbringen.

Hier vom Ort aus haben wir auch die Chance auf Wasser, also baden. Also machen wir uns auf den Weg in die Bucht. Vom Ort aus zu Fuß auch noch einmal eine gute Stunde. Die Bucht stellt sich als weniger schön als erwartet dar. Leider keine Möglichkeit zu schlafen und nur schlechter Zugang ins Wasser (das mag am heutigen Wellengang liegen). Nach einer Katzenwäsche beschließen wir heut doch noch weiterzugehen. Also den ganzen Weg in den Ort zurück, vorbei an Feigenbäumen, von denen man schon mal eine probieren kann, und dann auf einem anderen mallorquinischen Wanderweg weiter, denn der offizielle GR-221 ist hier gesperrt. Wir folgen den Wegweisern zu einer Quelle, der Font de s`Obi, denn auch über ein wenig frisches Süßwasser würden wir uns sehr freuen. Wir finden die Quelle ohne Probleme, aber von Wasser ist hier nichts zu sehen. Im September ist damit wohl auch nicht zu rechnen.

Stattdessen gibt es auf dem Weg einen Granatapfel direkt vom Baum. Lecker! Dem Weg weiter folgend finden wir etwas abseits einen wunderschönen Schlafplatz auf einem Terrassenhang im Sonnenuntergang. Hier lässt es sich aushalten.

   

Kein Platz zum Schlafen...

 

...wunderschöner Platz zum Schlafen!


3. Tagesetappetappe: Pla de ses Castanyoles - Esporles

Die Nacht war sehr warm und mückenreich. Also, wenn es für den Schlafsack zu warm ist, ist es wichtig mit gutem Insektenschutz ausgestattet zu sein. Haben erste recht spät geschlafen und dementsprechend spät startet der Tag. Mich haben eine Erkältung und Halsschmerzen erwischt. Das warme Wetter von gestern mit Schwitzen und Wind…

Für uns geht es jetzt weiter über Planìcia, einer ziemlich großen, alten, leerstehenden Finca, in der auch mal Unterkünfte entstehen sollen, eigentlich nach Banyalbufar. Aber der offizielle GR ist auf diesem Abschnitt gesperrt und wir werden um ein Privatgrundstück herumgeführt. Man bleibt oberhalb des Ortes im Wald vorbei an einigen Köhlerplätzen und trifft dann hinter Banyalbufar wieder auf den GR. Hier könnten wir jetzt noch einen Abstecher in den Ort machen, aber die etwa 2km und  250 Hm sparen wir uns und es geht weiter im Wald entlang nach Esporles. Kurz vorm Ort müssen wir etwa 500m an der Straße entlang, die aber kaum befahren ist und somit stört das nicht weiter. Wir treffen mittags im Ort ein und freuen uns auf den Supermarkt. Unser Wasser ist jetzt recht knapp geworden.

Nach einer ausgiebigen Mittagspause auf dem Plaza Major unter einem schönen Laubengang, vor dem strömenden Regen geschützt, beschließen wir den heutigen Tag zu beenden. Mir geht es tatsächlich nicht gut. Auf der Suche nach einem Hostal werden schnell fündig (Hotel S´Hostal). Und es ist nur weiterzuempfehlen. Für heute steht nur noch duschen, Wäsche waschen, ein bisschen Ort anschauen und schlafen auf dem Programm.

   
Ankunft in Esporles an der Kirche  

Hotel S`Hostal

 

4. Tagesetappe: Esporles – kurz vor Deià

Ausgeschlafen, etwas erholt und mit sehr gutem Frühstück im Magen geht`s am nächsten Morgen weiter. Von Esporles aus scheint die Beschilderung der Wege deutlich besser zu werden. Man braucht fast keine Karte mehr. Bis man nach etwa zwei Kilometern bergauf am Coll de sa Basseta plötzlich vor einem Schild steht: „GR-221 gesperrt“. Und ein Wegweiser zeigt vom GR-221 weg, einen Forstweg hinab. Ein Blick auf die Karte zeigt uns, dass der Weg uns auf die Landstraße führen würde, die dann nach Valdemossa geht. Das wollen wir nicht und versuchen unser Glück auf dem Wanderweg weiterzukommen. Klappt auch noch eine Weile sehr gut. Dann kommen wir an eine Trockenmauer, die gerade von einigen Arbeitern repariert wird. Hier ging der Weg eigentlich durch. Sie signalisieren uns ziemlich deutlich, dass hier kein Durchgang sei und der Weg nicht weitergehe. Nach vielem „Coto privado“, „No camino“ reichen sie mir dann aber plötzlich die Hand, um mir über die Mauer zu helfen und uns einfach weitergehen zu lassen. Glück gehabt. Andererseits war es auch Zufall, dass die gerade an dem Tag an dem Stück Mauer gearbeitet haben. Also ich denke da kommt man immer irgendwie durch und es ist deutlich schöner als an der Straße.

Für uns geht es jetzt weiter durch den Wald auf eine Ebene auf etwa 600Hm. Da ist es mit der Orientierung auch wieder etwas schwieriger, da viele Wege kreuzen. Hier gut mit der Karte aufpassen und ggf. auch das GPS zur Hilfe nehmen. Darauf folgt für uns ein kleiner Abstieg nach Valdemossa. Der Ort ist nach den Tagen mit wenig Menschen für uns ein kleiner Schock. Hübsch, mit beeindruckender Kirche (Sa Cartoixa), aber viel zu voll und touristisch. Wir finden wieder einen netten Platz, machen Pause und sind dann auch schon wieder raus aus dem Ort. Hier ist es wichtig einen guten Wanderführer dabei zu haben, um den richtigen Weg aus dem Ort heraus zu finden. Viele Straßen haben keine Straßenschilder, also ist es ratsam sich genau an die Wegbeschreibung zu halten. Aus Valdemossa heraus geht es recht steil im Wald auf einem steinigen Karrenweg hinauf. An mehreren alten Köhlerplätzen vorbei gelangen wir auf den Coll Estret de Son Gallard (769m). Dies ist ein sehr markanter Punkt, an dem sich vier Wanderwege kreuzen. Wir nehmen den rechten Abzweig und gelangen so auf den Cami de S´Arxiduc, einen der schönsten Panoramawege Mallorcas. Nach einem weiteren knackigen Anstieg stehen wir direkt an der Abbruchkante am Fels und können über die gesamte Nord-Westküste der Insel schauen.

Blick vom Cami de S`Arxiduc

An der Kante entlang gehen wir auf den Puig des Cragoli (Gipfelhöhe 944m) zu. Kurz vorher steht ein markanter Steinhaufen, der uns den Weg zum Abstieg zeigt. Der Abstieg stellt sich ebenfalls als sehr spektakulär heraus. Sehr geröllig und steil geht es in Serpentinen direkt in der Wand runter, bis man wieder im Wald ankommt, dann wird es weniger steinig, aber bleibt noch recht steil. Der Blick zurück ist der Wahnsinn.

Als der Weg sich wieder etwas weiter vom Berg entfernt finden wir den optimalen Schlafplatz auf einem Köhlerplatz im Wald und trotzdem mit freiem Blick auf Deìa. Nur das Abendessen wird uns von nervigen Wespen vermasselt, sonst ist es ein perfekter Abschluss des Tages.

5. Tagesetappe: Deìa – Sòller

Der nächste Tag beginnt recht früh und wir machen uns direkt auf den kurzen Weg nach Deìa. Den Ort lassen wir nach kurzen Eindruck hinter uns und laufen direkt weiter in die Bucht. Die Cala Deìa ist sehr schön. Morgens ist es ruhig und hier kann man super baden (auch schlafen wäre hier möglich gewesen).

Nach dem Frühstücken überlegen wir uns vom eigentlichen GR etwas abzuweichen, da dieser wieder weiter im Landesinneren weitergeht, wir aber lieber in der Nähe des Wassers bleiben wollen. Das haben wir die letzten Tage ein wenig vermisst und auch hier gibt es einen sehr schönen Weg. Der Camí d`Alconasser führt direkt von der Küste nach oben und dann immer am Rand entlang bis zu der kleinen Siedlung, Bens d`Avall. Der Weg ist schön, oft sehr ausgesetzt, an einigen Stellen nah am Abgrund und teilweise sogar abgerutscht. Also hier ist ein wenig Vorsicht geboten. Bevor wir nach etwa 2 Stunden am Restaurant in Bens d`Avall wieder auf eine feste Straße kommen, der man eine Weile bergauf folgen muss, quert man ein gemauertes Flussbett. An Treppen/Griffen hinabsteigen, durch und auf der anderen Seite wieder hochklettern. Bei uns war kein Wasser im Fluss, daher recht unspektakulär, aber wer weiß wieviel Wassser das Bächlein im Frühjahr führt. Nach dem erwähnten Stück Straße, treffen wir wieder auf den GR-221. Wir verlassen die Straße und es geht über Olivenhaine weiter bis nach Port de Sóller. Hier kommen wir aus dem Wald und stehen mitten in einer alten Hotelruine.

Herzlich Willkommen im Tourismus. Port de Sòller an sich hat nicht viel schönes zu bieten. Strand, eine Promenade mit vielen Hochhäusern, Geschäften und Restaurants. Wir beschließen nicht da zu bleiben, sondern uns eine Unterkunft in Sòller zu suchen. Es gibt zwei Wege. Erstmal zurück zur Hotelruine und dann ein Fuß-/Reitweg dicht an der Straße oder ein ausgewiesener Wanderweg (auch Teil des GR), der seitlich im Tal rauf geht. Den nehmen wir. Sehr gut ausgeschildert, aber deutlich länger. Es zieht sich ziemlich und wir kommen recht spät in Sòller an. Zum Glück hatten wir vorher telefonisch noch ein Zimmer reserviert (Hostal Nadal). Wäre sonst recht schwer geworden.

Hier bleiben wir zwei Nächte, der Ort ist schön und ich muss endlich wieder richtig fit werden.

6. Tagesetappe: Sòller - Kloster Lluc

Nach zwei Nächten, die im sehr hellhörigen Hotel nicht so erholsam waren wie erhofft, geht es für uns aber doch deutlich fitter weiter. Plan für heute: Morgens um halb Sieben starten und bis hinter den Cuber Stausee, um dort wieder ein Plätzchen für die Nacht im Wald zu finden. Von Sòller aus geht ein offizieller Pilgerpfad über Biniaraix als eigentlichen Startpunkt zum Kloster Lluc los. Die Orientierung wird also denkbar einfach. Aus dem Ort heraus im Tal hinauf. Wir haben sehr lange einen tollen Blick über die ganze Stadt und noch weit hinauf in den Berg sieht man die schöne, große Kirche.

Wir steigen linksseitig im Tal rauf bis nach Binibassi, einer kleinen Siedlung, von dort wird das Tal kurz an der Straße laufend gequert und dann weiter nach Biniaraix. Bis hier haben wir Sòller die ganze Zeit noch im Blick. Das örtliche Waschhaus, das heute nur noch Symbolcharakter hat, ist der Beginn des Pilgerpfades. Der Weg geht in langen Treppen mit großen Naturpflastersteinen los und zieht sich auf der Nordseite des Torrent des Barrancs bis L`Ofre auf 700m.

   
Pilgerpfad   Rückblick in die Schlucht

Von hier bietet sich wieder ein spektakulärer Blick zurück in die Schlucht. Wir hatten kurz gedacht, dass wir schon oben seien, aber nach kurzem Weg auf einem Plateau steigt man im Wald weiter nach oben, um dann auf dem Con de L`ofre anzukommen. Von diesen 875m hat man dann bereits einen schönen Blick auf die beiden hoch gelegenen Stauseen Cuber und Gorg Blau.

Am Weg merken wir heut, dass sich auf dieser Strecke doch häufiger Wanderer aufhalten. Zum einen wurden wir auf unserem Aufstieg, der bei steigender Sonne und unserem Gepäck auf dem Rücken doch sehr anstrengend ist, recht häufig von Trailrunnern überholt und zum Anderen ist der Weg so ausgetreten, dass man nun wirklich keine Karte oder Wegweiser braucht. Der Weg führt nun recht gemütlich wieder leicht bergab auf den See zu und dann auf einer geschotterten Fahrstraße um ihn herum. An einer Seite steht eine Hütte, die auch als Übernachtungsmöglichkeit auf der Karte eingezeichnet ist. Man kann sie sich mieten, einen Schlüssel besorgen und hat sie dann für sich. Sieht sehr einfach aus, aber direkt am Wasser gelegen sehr toll. Wir sind leider nicht dahinter gekommen, wie man an den Schlüssel kommt.

Jetzt im Herbst ist sehr wenig Wasser im See und es sieht doch etwas trostlos aus. Aber am nördlichen Ende ist ein Zufluss an dem wir einen schattigen Platz für unsere Mittagspause finden. Da wir schon gute 5 Stunden unterwegs sind ist eine ausgiebige Pause auch bitter nötig. Schuhe aus und Füße ins Wasser halten, dann aus der knalligen Mittagssonne raus. So, eigentlich wollten wir nach der Pause nur noch ein bisschen weiter. Aber… Es ist erst mittags, wir sind nach der Pause wieder fit und was sollen wir denn den ganzen Resttag noch machen. Wir gehen weiter. Heute machen wir uns doch direkt auf den Weg nach Lluc. Los geht’s.

Wir verlassen den See über einen Parkplatz. Kurz führt der Weg an der Straße entlang und biegt dann rechts ab. Hier folgen wir einem Aquädukt aus Beton über den der See unter anderem gespeist wird für etwa drei Kilometer am Hang entlang und dann führt der Weg wieder rechts in den Wald, wo es recht steil bergauf weitergeht. Hier folgt man erst mal den Wegweisern zum Refugi Tossals Verde bis zu einem nächsten Abzweig, wo wir dann ein Schild, das Richtung LLuc weist, finden. Es geht vorbei an der Font des Prat, eine Quelle die Wasser führt (!!!), erst im Wald dann durch steiniges Wiesengelände immer weiter hoch zum Coll d`es Prat. Dieser Bergsattel wird unser höchster Punkt auf der Tour. 1205m. Von hier haben wir einen wunderschönen Blick zurück, zu den Gipfeln des Puig de Massanella (1367m) und Puig Major (1447m, höchster Punkt der Insel) und auf das weite Tal was vor uns liegt. 

Coll d`es Prat

Nach einer kurzen Pause machen wir uns weiter auf den Weg. Der letzte Abschnitt wird einer der anstrengendsten. Erst geht es durch ein kleines Tal, dann nochmal kurz hoch und dann den Rest des Weges nur noch bergab. Der Camì Vell de ses Voltes d`en Galileu schlängelt sich den Berg hinab, teils als Waldweg teils als gemauerter Treppenweg bis zum Kloster auf etwa 500m. Hier haben wir also einen Abstieg von ca. 700m auf nur etwa vier Kilometern vor uns. Aber auch das Hindernis ist zu schaffen. Als wir am Abend gegen Sieben nach einem tollen 12 Stunden Wandertag ankommen und das Glück haben noch ein Zimmer, oder besser eine Klosterkammer, zu bekommen sind wir stolz auf uns und beschließen, dass hier genau der richtige Ort ist den GR-221 zu beenden. Wir werden die letzte Etappe bis nach Pollenca nicht mehr laufen. Wir finden sie nach diesem Tag einfach nicht mehr so reizvoll, denn sie führt einfach im Tal entlang und oft sehr straßennah.

Zum Abschluss bleiben wir also noch einige Tage im Kloster und unternehmen von hier aus noch eine spannende Tour. Von Escorsa nach Sa Calobra den Torrent de Pareis hinab.

Aber das ist eine andere Geschichte…

anne