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Vom Kloster Lluc bis Sa Calobra

Die von uns gegangene Tour ist im Rother Wanderführer (Ausgabe 9/2012) die Nummer 31 und dort als schwerste der Insel beschrieben.

Wir starten nicht am dort vorgeschlagenen Ausgangspunkt, sondern bereits morgens um halb sieben im Kloster Lluc, wo wir einige Tage verbracht haben. Ein sehr schöner Ort, um zur Ruhe zu kommen, sich auszuruhen und einige Tagestouren zu starten. Der Weg führt uns zunächst ein kurzes Stück durch den Wald, wo die Orientierung aber trotz Dunkelheit nicht schwer fällt und dann entlang der, am frühen Morgen sehr wenig befahrenen, Landstraße MA-10 bis zum Restaurant Escorca. Hier startet auch die beschriebene Tour im Rother.

Wir schlängeln uns an Weiden entlang seitlich in den Torrent de Lluc, einem Nebencanyon, der in den Torrent de Pareis endet. Der Pfad ist nicht immer deutlich zu erkennen, aber eigentlich wissen wir ja, dass wir immer nach unten müssen und hin und wieder hilft dann doch ein Steinmännchen dabei die richtige Richtung einzuschlagen. Als wir im Bett des Torrents ankommen finden wir sogar einen großen Wegweiser, der in die richtige Richtung deutet und zum Strand weist, als sei man gleich da. Dabei beginnt doch das Abenteuer nun erst richtig.

Die Kulisse ist wunderschön. Ein schmales Kiesbett und rechts und links steile Hänge und Felswände. Die Fortbewegung ist ein Wechsel von gemütlichem Laufen auf Kies und teils waghalsigem Klettern über riesen Felsblöcke, zwischen ihnen hindurch und manchmal auch drunter durch kriechen. Da hilft doch manchmal der Hinweis im Reiseführer oder ein großer Pfeil am Fels an welcher Seite man vorbei soll. Es ist ein riesen Hindernisparcour, der, obwohl er in seiner Gesamtlänge kräftezehrend ist, großen Spaß macht!

Nach etwa einem Drittel der Strecke kommt von der linken Seite der Torrent de Gorg Blau dazu. Hier machen wir einen kurzen sehr lohnenswerten Abstecher. Dieser Canyon wird plötzlich so schmal, das kaum noch Licht von oben kommt und durch den Schatten wird es auch ganz kalt, was aber ganz angenehm ist. Auch hier könnte man noch weiter, geht aber dann nur mit Kletterausrüstung und Strinlampen.

Wieder zurück auf unserem eigentlichen Weg sehen wir, wie wir da so kraxeln, immer wieder kleine, wilde Ziegen. Die bewegen sich in diesem Gelände doch um einiges geschickter als der Mensch… Nach unten hin wird der Canyon dann nach und nach immer breiter und kurz vor der Bucht gilt es nur noch an einigen Wassergumpen vorbeizukommen, bevor wir uns zur wohlverdienten Abkühlung ins Meer stürzen können.

Alles in allem eine sehr schöne Tour und wenn man am Ende im sehr touristisch geprägten Sa Calobra an den Pauschaltouristen und den dazugehörigen Bussen vorbeigeht, fühlt man sich gleich noch ein bisschen besser, den Weg hierher zu Fuß gemeistert zu haben. Zurück geht es dann aber auch für uns mit dem öffentlichen Bus. Und die Fahrt mit dem riesen Ding durch die Haarnadelkurven ist nicht minder aufregend…