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Abel Tasman Coast Track

Der gesamte Track erstreckt sich an der Küste im Norden der Südinsel Neuseelands durch den Abel Tasman National Park über eine Gesamtlänge von etwa 55 km. Er zählt zu den Great Walks, was bedeutet, dass man Übernachtungsmöglichkeiten vorbuchen muss, da die Great Walks besonders im Sommer sehr beliebt und somit oft voll sind. Das bedeutet genaue Planung wann man wo sein will. Wir haben uns für unsere Tour entschieden nicht den gesamten Weg zu laufen, sondern etwa in der Mitte einzusteigen und eine Kombination aus Wander- und Packrafttour zu machen.

Boot

Wir starten also in Totaranui, einem sehr großen DOC (Department of Conversation) Campingplatz, der mit dem Auto aus dem nächstgelegenen Ort Takaka in einer guten Stunde über aufregende Schotterpiste zu erreichen ist. Da bauen wir das Boot gewohnt schnell auf und legen bei schönstem Wetter ohne Wind ab. Das ist zumindest so, solange wir uns in der geschützten Bucht befinden. Wir paddeln aus der Bucht hinaus und versuchen uns küstennah Richtung Norden vorzuarbeiten. Eine wunderschöne Strecke mit beeindruckenden Felsklippen zur Linken. Das Paddeln stellt sich auf dem offenen Meer doch schwieriger raus als gedacht. Unser Packraft hat mehr Angriffsfläche für den Wind als ein Seekajak. Belohnt werden wir jedoch am Abend mit einem wunderschönen kleinen Campingplatz in der Bucht Mutton Cove.

Die zweite Etappe führt uns wieder Richtung Süden zurück zum Ausgangspunkt, wo wir uns dann dazu entscheiden das Boot gegen die Wanderschuhe auszutauschen. Das Boot bleibt aber im Rucksack dabei. Der Wanderweg ist sehr gut zu gehen. Wir bleiben nah an der Küste, jedoch führt der Weg oft sehr hoch über dem Wasser durch den Wald über die Klippen entlang. Da warten wahnsinnig schöne Ausblick auf uns. Dann folgt wieder ein Abstieg in die nächste Bucht und man kann barfuß am Strand entlang spazieren.

Küstenausblick

Einige Abschnitte des Tracks sind tideabhängig, das heißt nur bei Niedrigwasser passierbar. Unser Timing ist gut und wir können heute überall durch. Unser Ziel, die Tonga Quarry, erreichen wir auf dem Hinweg über einen privaten Wanderweg, den wir als Alternative zum DOC Weg entdecken. Die Tonga Quarry ist ein alter Steinbruch, in dem heut ein kleiner Campingplatz liegt. Außer einiger Reste und große Steinbrocken, die noch in der Bucht liegen ist davon allerdings nicht mehr viel zu sehen. Die Natur hat den Platz längst zurückerobert. Da der Platz im Tonga Island Marine Reserve liegt, also einem Naturschutzgebiet, hatten wir hier absolute Stille und wenig Touriboote erwartet. Dem ist leider nicht so. Auch hier legt mehrmals am Tag ein Wassertaxi direkt am Strand an, um Tageswanderer zu bringen oder abzuholen. An diesem Ort verbringen wir zwei Nächte und machen am Tag einen Ausflug mit dem Boot zur etwa ein Kilometer weit draußen vorgelagerten Tonga Island. Hier können wir Fur Seals (neuseeländische Seehunde) und viele Seevögel beobachten.

Auf dem Rückweg am nächsten Tag haben wir nicht so viel Glück mit den Wasserständen und müssen bei der Querung des Awaroa Inlets eine Weile warten, bis es flach genug ist. Das Inlet ist etwa einen Kilometer breit und läuft bei Hochwasser komplett mit Wasser voll. Bei Niedrigwasser bleibt nur ein schmaler, flacher Flusslauf in der Mitte übrig. Da wir das Stück schon vom Hinweg kennen, können wir deutlich früher starten als der Rest der Wartenden. An den tiefsten Stellen tragen wir also unsere Rücksäcke auf dem Kopf und das Wasser reicht uns bis zur Brust. Die Strömung ist aber so gering und die Abschnitte so kurz, dass alles gefahrlos möglich ist. Diese Variante konnten wir aber wirklich nur wählen, weil wir wussten was auf uns zukommt. Danach folgen noch zwei steile An- und Abstiege und schon sind wir wieder zurück am Auto.

Estuary

Die Tour ist, wenn auch nicht sehr anspruchsvoll, eine wunderschöne und für uns war es eine gute Alternative nicht mit den „Massen“ der Great Walk Wanderer mitzulaufen, sondern diesen Teilabschnitt mit Boot für uns zu wählen.

Tips:
- Das Packraft eignet sich nur bei wenig/garkeinem Wind oder Rückenwind für die offene See.
- Sandflies machen auch vor einem Great Walk nicht halt… Also lange Kleidung dabei haben oder anderen Insektenschutz nicht vergessen.
- Kartenmaterial ist nicht notwendig, Infobroschüre vom DOC reicht aus, wichtiger sind Infos über die Tide, vor allem bei kompletter Wanderung des Tracks.