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Anaga Trek - 2013

Der Anaga-Trek ist eine Kombination der großen Faro de Anaga Runde (Rother 2008 -Tour 45) und der Tour zur Playa de Anosma (Rother 2008 – Tour 46). Die Rundtour lässt sich fast beliebig erweitern, so dass auch Wochentouren möglich sind.

 1. Tagesetappe: Benijo – Felsüberhang kurz vor Chamorga

Die Tour beginnt in dem winzigen Örtchen Benijo in traumhafter Kulisse, oberhalb eines schwarzen Sandstrandes. In der Ferne ragt der Roque Dentro imposant aus dem Wasser. Zunächst geht es zu Fuß auf einem Fahrweg zu dem ebenso winzigen Weiler El Draguillo. Ab hier geht es auf einem Pfad weiter. Der Beginn des Pfades war bei uns stark ausgewaschen und es mussten beide Hände zur Hilfe genommen werden um die ersten fünf Meter zu überwinden. Danach geht es bequem auf einem traumhaften Pfad, immer mit Blick auf das Meer weiter. Dieser schien gerade erst von Geröll und Pflanzen befreit worden zu sein. Dem Pfad folgend werden ein paar steile Geröllhänge gequert bis man schließlich zu einem  –wie soll es auch anders sein- klitzekleinen abgelegenen Örtchen gelangt, Las Palmas. Überall dort wo ein Häuschen, eine Hütte oder gar eine Ansammlung kleiner Gebäude Platz findet, stehen könnte wurde der Platz auch dementsprechend genutzt. Manchmal stehen nur noch die Gemäuer, andere Häuser sind noch bewohnt. Eine gute Stunde nach Las Palmas erreichen wir den Leuchtturm Faro de Anaga. Von hier geht es bergab in das Dörfchen Casas Blancas (Roque Bermejo). Einkehrmöglichkeiten gibt es keine, dafür einen Sandstrand und ein erfrischendes Bad im Meer. Gekühlt geht es den Barranco de Roque Bermejo hinauf, bis wir kurz vor Chamorga am Wegesrand einen Felsüberhang entdecken unter den unser Zelt perfekt passt. Wir haben diesen Barranco bzw. dieses Tal Valle de las Ranas getauft. Von der Abenddämmerung bis in die frühesten Morgenstunden gab es ein ohrenbetäubendes Froschkonzert. In solch einer Lautstärke und Masse haben wir so etwas noch nirgends erlebt.

 

2. Tagesetappe: Felsüberhang kurz vor Chamorga – Playa de Anosma

Die Nacht war laut von den Fröschen und recht stürmisch. Trotzdem geht es erholt mit ein paar Doppelkeksen im Magen weiter bergauf nach Chamorga. Die Straße umgehend, gelangt man über einen Gipfelgrat mit einigen teils bewohnten, teils unbewohnten Häuschen (La Cumbrilla) zu dem etwas größeren, aber immer noch winziges Örtchen Lomo de las Bodegas, in dem die Einwohner bereits zu dieser frühen Stunde auf ihren kleinen Gemüsefeldern arbeiten.

La Cumbrilla

Auf dem netten Kirch-, Dorfplatz essen wir etwas Richtiges. Nur Doppelkekse sind doch ein bisschen zu wenig, obwohl der Zucker durch die körperliche Belastung schnell genutzt wird. Weiter geht’s es durch Felder bergab in Richtung Playa de Anosma. Den gleichnamigen Barranco de Anosma erreicht man erst etwas später. Zuvor wird der Barranco de Corral Viejo gequert. Wir beschließen nicht der Rother Tour zu folgen und wandern den Corral Viejo hinab. Es geht zunächst gut voran, mit einigen leichten Kletterpassagen bis man an einem 10 Meter tiefen Abbruch steht, der nicht zu überwinden ist. Wir haben es trotzdem geschafft und die Abbruchkante sicher nach rechts ansteigend umstiegen. Die Stelle ist gefährlich und wir empfehlen eingehend der normalen Rother Wegbeschreibung zu folgen und nicht in den Barranco de Corral Viejo abzusteigen. Durch die alternative Route benötigen wir statt den angegebenen zwei fast vier Stunden bis wir in der Playa de Anosma ankommen. Im unteren Abschnitt des Barrancos kann man teilweise entweder in dessen Bett wandern/kraxeln oder auch an der Barrancoseite auf einem schmalen Pfad eines ehemaligen Wasserkanals wandern. Hier ist Schwindelfreiheit notwendig. Über wenige Meter ist der Pfad besonders schmal, abschüssig und der Hang abrutschgefährdet. Vermutlich wird dieses auch im Rother Wanderführer (2008) beschriebene Wegstück in naher Zukunft nicht mehr begehbar sein. Im Zweifelsfall unbedingt umdrehen und stattdessen im Barrancobett weitergehen.       

Der Felsstrand ist traumhaft und wir genießen ein Bad in einem vor der Brandung geschützten Naturpool. Die größten Wellen überspülen den Pool regelmäßig in einer großen Fontäne. Bei starkem Seegang sollten die Wellen vor dem Bad in dem Pool mindestens 20 Minuten beobachtet werden um keine bösen Überraschungen durch zu große hereinbrechende Wassermassen zu erleben.   

Als Schlafplatz dient uns ein kleines Plateau direkt am Weg etwas oberhalb der Bucht.

3. Tagesetappe: Playa de Anosma – Benijo

In dieser Nacht gibt es kein Froschkonzert und nur wenig Wind. Ausgeschlafen geht es am nächsten Morgen wieder Richtung Lomo de las Bodegas. Dieses Mal bleiben wir auf der normalen Route und folgen möglichst lange dem Barrancobett des Barranco de Anosma. Nach zwei Stunden stehen wir wieder auf dem Kirchplatz von Las Bodegas und von da geht es weiter, jetzt doch einmal an der Straße entlang, nach Chamorga. Die Straße ist kaum befahren und verläuft durch einen Tunnel (darüber befinden sich die Häuschen von La Cumbrilla). Ein kurzes Stück auf der Straße und ein Zeichen an der Leitplanke weist auf einen Trampelpfad hin, der uns recht schnell durch den Wald nach Chamorga führt. Von dort aus wandern wir in westlicher Richtung weiter (siehe große Faro de Anaga-Runde im Rother Wanderführer). Über einen Sattel (Abstecher zum Cabezo del Tejo möglich) gelangen wir auf einen Weg nach El Draguillo. Etwa einen Kilometer vorher geht es links nach Benijo ab und so gelangen wir, auf einem für uns neuen Weg, mit reizvollen Ausblicken auf die bizarr anmutende Küste des Anaga Gebirges nach Benijo zurück.