Unsere erste gemeinsame Tour mit Rucksack und wenig Gewicht ging nach Mallorca. Denkt man an Ballermann und besoffene Touris… kein besonders attraktives Ziel. Aber auch hier gibt es durchaus Ecken, die ganz einsam, ruhig und ursprünglich sind. Der Plan: Laufen und schlafen, wo es schön ist. Und das ganze ohne Zelt. Nur mit Tarp, Isomatte und Schlafsack. Dass unsere erste Nacht dann gleich so aufregend wird konnte ja keiner ahnen.

Ankunft Palma am Abend.

Wir wissen welchen Bus wir nehmen, um vom Flughafen weg und aus der Inselhauptstadt raus zu kommen. Als wir unseren Wanderstart erreichen ist es bereits stockfinster und wir stehen immer noch mitten im Ort. Hier können wir nicht schlafen. Also bleibt uns nichts anderes übrig als unsere Tour jetzt zu starten. Aus dem Ort heraus führt uns zunächst ein Schotterweg immer bergauf, irgendwann zweigen wir in einen Wanderweg ab. Ein Wunder, dass wir den mit Stirnlampe finden. Es geht immer weiter bergauf. Anstrengend. Vor allem jetzt. Aber ein Schlafplatz ist nicht in Sicht. Gegen 23 Uhr kommen wir auf eine Bergkuppe. Hier ist Platz. Aber doch recht exponiert.

Naja, Wetter sieht gut aus, es ist spät, wir sind müde.

Wir spannen unsere Plane, blasen die Matten auf und kriechen in die Schlafsäcke. Ich schlafe schnell ein. Hatte ich anders erwartet… Aber ich bin so erschöpft, dass ich wie ein Stein schlafe. Vorerst… Ich wache auf. Ein Grummeln. Jan wach? Ne, liegt neben mir. Wieder ein Grummeln. Gewitter! Na toll. Und wir, oben auf nem Berg. Ungeschützt. Es ist noch stockdunkel. Die Uhr zeigt aber halb sechs. Also ist die Nacht vorbei. Anziehen, Sachen zusammenschmeißen und los. Bevor wir hier rumsitzen und hoffen nicht vom Blitz getroffen zu werden, laufen wir lieber weiter. Die nächsten Nächte haben wir mehr Glück mit dem Wetter. Es gibt aber immer wieder kleine Besonderheiten, die dafür sorgen, dass es spannend bleibt. Zum Beispiel herumstreunende Hunde mit komischen Besitzern am Abend oder gemeine Wespen, die uns das gemütliche Abendessen versauen.

Meine Tips zum Schlafen unterm Tarp:
  • Rechtzeitig mit der Schlafplatzsuche beginnen
  • nicht zu nah an Straßen oder Häusern schlafen
  • richtiger Aufbau des Tarps (Windrichtung, Befestigungs- und Abspannmöglichkeiten beachten)
  • für uns zu zweit hat ein ultraleichtes Ponchotarp mit ca. 200g Gewicht und einer Größe von etwa 260 x 150cm ausgereicht, aufgespannt mit unseren Trekkingstöcken
Mein Fazit:

Es kostet etwas Überwindung und ich muss mich durchaus erst daran gewöhnen so “nackt” zu schlafen. Aber eigentlich gibt es nicht viel Schöneres als irgendwo an einem schönen Fleck so zu übernachten.

 

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